Veranstaltungen 2016


Veranstaltungen 2016

07. September 2016
Das gespannte Verhältnis von Marx und Engels zur Utopie – Veranstaltung am 22. November 2016

Wie standen Marx und Engels zur Utopie? Waren sie selbst Utopisten? Haben sie das Utopische nur als Stilmittel verwendet? Wie gestalteten sich ihre eigenen Visionen über die postkapitalistische Gesellschaft? Wurden sie dabei von den Sozialutopien beeinflusst, die sich ja als unwissenschaftlich bezeichneten? Wie und warum haben sie sich gegen diese abgegrenzt? Wie wichtig war diese Abgrenzung für die Herausbildung des Marxismus bzw. des „wissenschaftlichen Sozialismus“? Danga Vileisis verneint, dass der utopische Sozialismus als Bestandteil einer einheitlichen „in sich geschlossenen“ (Lenin) Entwicklung der Marxschen Theorie zu verstehen ist. Er stelle vielmehr im wirklichen theoretischen Erkenntnisprozess des jungen Marx einen Stolperstein dar. Erst dessen Zurückweisung habe den eigentlichen Durchbruch in der Theoriebildung von Marx mit sich gebracht. Sie wird anhand des vierten Teils (d.) des ersten Kapitels der „Heiligen Familie“ Kritischer Schlacht gegen den französischen Materialismus zeigen, dass Marx’ misslungener Versuch, hier den Sensualismus Feuerbachs mit den utilitaristischen Voraussetzungen der utopisch-sozialistischen Theorien v. a. von Fourier, Owen und Dézamy zu verknüpfen und dies dann „als die logische Basis des Kommunismus“ darzustellen, einen der hauptsächlichen Anlässe für die Entstehung seiner auch selbst-kritischen Notizen ‚ad Feuerbach’ gebildet hat. Carl-Erich Vollgraf wird Marx und Engels in utopischen Dimensionen nach 1867 beleuchten. Ihm geht es nicht um das kompakte Thema Marx und Engels als Utopisten, und schon gar nicht darum, anhand späterer gesellschaftlicher Praktiken Visionen beider unhistorisch als naiv, irrig oder falsch zu deklassieren. Vielmehr geht es um Äußerungen von Marx und Engels, in denen das Stilmittel der Pointierung sozialer Disharmonien in der kapitalistischen Gesellschaft gepflegt wird. Des Weiteren geht es um die Plausibilität und Stringenz ihrer auch nachgefragten Visionen über die postkapitalistische Gesellschaft, oft in einfacher Antithese zur kapitalistischen Praxis vorgebracht, oder in derber Polemik mit Konkurrenten. Dabei berufen sich Marx und Engels meist auf das „Kapital“ als wissenschaftliche Grundlage, nicht immer auch berechtigt.

ReferentInnen: Danga Vileisis und Dr. sc. Carl-Erich Vollgraf
Moderation: Dr. Alexander Amberger

Ort: Helle Panke, Kopenhagener Str. 9, 10437 Berlin
Zeit: 19-21 Uhr

Eine Veranstaltung des Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition e.V. und Helle Panke e.V. Rosa Luxemburg Stiftung Berlin

04. April 2016
30 Jahre Marx-Engels-Forum – Eine DenkMalTour

Am 4. April 1986, also auf den Tag genau vor 30 Jahren an einem Freitag, wurde das Marx-Engels-Forum durch Erich Honecker unter Anwesenheit der Partei- und Staatsführung und des Schöpferkollektivs der Denkmalanlage auf einer Kundgebung mit 50 000 BerlinerInnen (laut ND) eingeweiht. Es war am Vorabend des XI. Parteitages der SED, so dass eine enge Verbundenheit zwischen den „beiden großen Revolutionären und genialen Wissenschaftlern“ und der SED, die die „ruhmreichen Traditionen des Bundes der Kommunisten und der revolutionären deutschen Sozialdemokratie“ verkörperte, vom Redner beschworen wurde. Der Politbüro-Auftrag zur Errichtung eines Marx-Engels-Denkmals ging 1973 an den Bildhauer Ludwig Engelhardt. 1983 wurden erste Entwürfe für die künftige Anlage auf einer Ausstellung in der Akademie der Künste im Marstall präsentiert. Jüngste Zäsur in der Geschichte des Marx-Engels-Forums ist die provisorische Umsetzung der zur Anlage gehörenden Elemente 2010/11 an die Karl-Liebknecht-Straße, um den U-Bahnbau zu ermöglichen. Die Denkmaltour geht der Geschichte des Denkmals nach, erläutert seine Elemente und fragt nach seiner Zukunft in der Mitte Berlins. Verbunden damit wird die Frage nach den anderen Erinnerungsorten an Marx und Engels in Berlin.

Mit Rolf Hecker, Kathrin Lompscher (MdA) und Thomas Flierl

Treffpunkt: Marx-Engels-Forum, Karl-Liebknecht-Straße, 10178 Berlin
Zeit: 17-18.30 Uhr

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Helle Panke e.V. Rosa Luxemburg Stiftung Berlin und den Naturfreunden Berlin.