Karl Marx: Das Kapital 1.2

Karl Marx: Das Kapital 1.2

Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation.
Editorische Bearbeitung und Kommentierung: Rolf Hecker unter Mitwirkung von Manfred Müller. Berlin: Dietz-Verlag 2009. 127 Seiten. Pocketbuch. 9,90 Euro. ISBN 978-3-320-02209-9.

Marx zeigt am Beispiel Englands, wo die Entwicklung des Kapitalismus ihre »klassische Form« annahm, wie der Prozeß der massenhaften Freisetzung von Arbeitskräften aus den feudalen Verhältnissen und verarmter Landwirtschaft vor sich ging. Zur Illustration führt er viele Beispiele für die Expropriation des Landvolks von Grund und Boden an. In der damals größten Tageszeitung, der »New York Daily Tribune«, hatte er in einem Leitartikel schon Jahre zuvor beschrieben, wie die Gräfin von Sutherland, Mitglied einer Großgrundbesitzerfamilie, im nördlichen Schottland zu Beginn des 19. Jahrhunderts systematisch die Bevölkerung von ihrem angestammten Land verjagte und ausrottete (MEW 8, S. 503). Dieses sogenannte Highland Clearances – das Räumen des Hochlandes, von Marx als »Lichtungen« bezeichnet, in dessen Folge die Dörfer zerstört und die Felder in Weide verwandelt wurden – war für Marx »rücksichtsloser Terrorismus«. Den Fall der Gräfin von Sutherland nahm er als Beispiel für den »letzten großen Expropriationsprozeß der Ackerbauer(n)« in das 24. Kapitel auf. Die Folgen dieser Landvertreibung sind bis heute zu sehen: Das Gebiet Sutherland hat europaweit die geringste Bevölkerungsdichte; hier existiert keine Stadt. Die Veröffentlichung des historischen Kapitels aus dem »Kapital« ist vor allem als Angebot an Leser gedacht, die nach einem Zugang zu Marx’ ökonomischen Theorien suchen und sich nicht gleich in die komplizierten theoretischen Darlegungen vertiefen möchten.